„Wir sind dagegen“ reicht nicht!

25. Juli 2026

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Rechter Protest-Als Bürgerlich getarnt-Eine Einordnung zur Aktion „Das letzte Hemd“

In den vergangenen Tagen sind in Norddeutschland vermehrt sogenannte „Letzte Hemden“ an Ortsschildern aufgetaucht. Dabei handelt es sich um weiße T-Shirts mit der schwarzen Aufschrift: „Das letzte Hemd“.

Die Aktion findet starken medialen Anklang, viele tun sich bislang schwer damit, die Hintergründe und Zusammenhänge einzuordnen. Deshalb möchten wir im Folgenden eine Einordnung der Geschehnisse vornehmen.

Zu dem Umfeld der Initiatoren zählt unter anderem das „Projekt M1llion“. Auf Veranstaltungen der Initiative aus dem AfD-nahen Umfeld fallen immer wieder völkische und verschwörungsideologische Positionen und Erzählungen auf.

In Schleswig-Holstein wurde die Aktion „Das letzte Hemd“ unter anderem von Akteuren aus dem Umfeld der Bauernprotestbewegung aufgegriffen. Dazu zählt auch das Protestbündnis „Schleswig-Holstein steht auf“, das bereits im Rahmen der Bauernproteste in Erscheinung getreten ist. Mitglieder des Bündnisses sind in der Vergangenheit mehrfach mit völkischen Aussagen aufgefallen, Verschwörungstheoretische Aussagen prägen die interne Kommunikation. „Schleswig Holstein steht auf“ ließ die T-Shirts teilweise in größerer Stückzahl anfertigen und verteilte sie anschließend im gesamten Bundesland.

Als Bündnis „Das Herzogtum bleibt nazifrei“ lehnen wir diese plakative Vereinnahmung unserer Dörfer entschieden ab.

Die Aktion richtet sich vordergründig gegen die Bundesregierung. An welcher Kritik mehr als wünschenswert ist, sei es der Abriss sozialstaatlicher Leistungen, die Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten oder die rassistische Aussagen von Friedrich Merz. Doch genau diese Kritik wird nicht formuliert bzw. verliert gänzlich ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie gemeinsam mit Akteuren aus dem rechten Spektrum, insbesondere der AfD, verbreitet oder von ihnen vereinnahmt wird.

Und genau dies scheint erwünscht. Anstatt konkrete politische Forderungen zu formulieren oder konkrete Kritikpunkte zu benennen, bleibt ihre Botschaft bewusst vage und lässt sich im Kern auf ein allgemeines „Wir sind dagegen“ reduzieren.

Gerade diese Unbestimmtheit schafft einen breiten Anknüpfungspunkt, unter dem sich unterschiedlichste Akteure versammeln können. Bereits jetzt wird die Aktion von zahlreichen rechten bis rechtsextremen Gruppierungen aufgegriffen und unterstützt. Eine glaubwürdige Abgrenzung von diesen Akteuren fällt bei einer derart offenen Protestform entsprechend schwer. Eine klare Distanzierung scheint – zumindest nach außen – auch nicht erkennbar zu sein.

Unsere Dörfer sind politisch. Wir verstehen sie als Orte, an denen gesellschaftliche Fragen diskutiert und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Diese plakative Vereinnahmung unserer Dörfer für unspezifische Protestbotschaften lehnen wir deshalb entschieden ab.

Die Herausforderungen im ländlichen Raum sind vielfältig: Was tun wir, wenn der Bus nur noch einmal am Tag fährt? Wie sichern wir die ärztliche Versorgung vor Ort? Wie erhalten wir Kitas und Schulen? Was geschieht, wenn das Sportheim oder das Dorfgemeinschaftshaus vor dem Aus stehen, weil die Finanzierung fehlt?

Dazu Andreas vom DGB-Kreisverband: „Das letzte Hemd“ suggeriert, dass die Regierungen uns auch noch das letzte nehmen. […] Dabei sind es nicht die Regierungen, die die Menschen im Land ausrauben. Sie rauben mir höchsten den letzten Nerv. […] Die Botschaft „Das letzte Hemd“ ist im Kern neoliberal, fremdenfeindlich und demokratieschädlich.
Es sind die Konzerne, die mir an der Supermarktkasse das Geld aus der Tasche ziehen. Es sind die Mineralölkonzerne an der Tankstelle, es sind die Immobilienunternehmen mit ihren Mieterhöhungen, um ein paar Beispiele zu nennen.
Und, es sind Konzerne und wenige Reiche, die ihre ökonomische und politische Macht ausnutzen und den Regierungen die entsprechenden Gesetze diktieren.“

All das sind konkrete politische Fragen, die unsere Dörfer unmittelbar betreffen. Die Aktion „Das letzte Hemd“ liefert darauf keine Antworten. Sie formuliert keine konkreten politischen Forderungen, Ziele Ideen, bleibt beim plumpen „Wir sind dagegen“ und wird zugleich von rechten bis rechtsextremen Akteuren aufgegriffen, ohne dass eine klare Abgrenzung erkennbar wäre.

Die Probleme in unseren Dörfern lassen sich nicht mit rechtspopulistischen Parolen lösen, sondern nur durch konkrete politische Konzepte, demokratische Debatten und gemeinsames Engagement vor Ort. Deshalb lehnen wir diese Form des Protests konsequent ab.

Text: „Das Herzogtum bleibt nazifrei!“

Ankündigung: Ostermarsch Lübeck 2026

27. März 2026

Auch in diesem Jahr führt das „Friedenbündnis Ostermarsch Lübeck“, dessen Teil wir sind, einen Ostermarsch durch. Wie schon in den vergangenen Jahren, sind wir weit von einem weltweiten Frieden und weltweiter Abrüstung entfernt.

Darum: Schließt Euch an!


Wir nehmen Abschied von Bernd Meimberg (12.07.1938-22.05.2025)

31. Mai 2025

Liebe Mitglieder der Kreisvereinigung VVN-BdA Lübeck/Herzogtum Lauenburg, liebe Unterstützende, liebe Interessierte!

Bernd Meimberg, unser Sprecher und langjähriges Mitglied, ist am 22.05.2025 verstorben.

Bernd hat seit vielen Jahren die Arbeit der Kreisvereinigung der VVN-BdA Lübeck/Herzogtum Lauenburg persönlich geprägt. In unserem Gedächtnis sind Situationen am Infostand, beim Unterschriften sammeln, eine kluge Rede haltend oder mit dem Lautsprecher eine der vielen Demos in Lübeck begleitend.
Sein besonderes Interesse galt dem Thema Frieden. Er selbst hat als junger Mensch Zeiten des Krieges miterleben müssen. Dabei ist es ihm stets gelungen Frieden und Antifaschismus ganzheitlich zu sehen. Im Sinne des Schwures von Buchenwald: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Wir erinnern uns an ihn als zuhörenden Begleiter, als Vernetzer, als Ideengeber.
Wir rufen alle Kamerad:innen zur Mitarbeit auf. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke, die schwer zu schließen sein wird.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Der Aktiven-Kreis der VVN-BdA Lübeck-Lauenburg, im Mai 2025.

Reaktion auf Verfassungsschutz-Einstufung der AfD

19. Mai 2025

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„Das Herzogtum bleibt nazifrei!“
hat auf die Mitteilung des Bundesamtes für Verfassungsschutz vom 02. Mai 2025 sofort reagiert und am selben Tag die im Lauenburgischen Kreistag vertretenen Parteien bzw. die Wählervereinigung angeschrieben.
In unserem Schreiben fragten wir nach den Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit mit der nun auch offiziell – gesichert rechtsextremistischen Partei AfD. Die AfD steht als Partei insgesamt nicht mehr auf dem demokratischen Boden des Grundgesetztes und steht der freiheitlich demokratischen Grundordnung entgegen.
Diesem Befund waren bereits gleichlautende Bewertungen in einzelnen Bundesländern und durch sehr viele zivilgesellschaftliche Institutionen vorangegangen. Auch die Gerichte haben sich mehrfach mit dieser Frage befasst, herausgehoben sei hier das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes in Münster.
Eine »die Menschenwürde missachtende extremistische Prägung« macht das Bundesamt dabei nicht am sozialdarwinistischen, marktradikalen und arbeiterfeindlichen Programm der AfD fest, sondern am »in der Partei vorherrschenden ethnisch-abstammungsmäßigen Volksverständnis«. Der ebenfalls in der Partei vorherrschende Militarismus und ihr Hass auf alles, was sie als links identifiziert, sind dem Bundesamt ebenfalls keine Erwähnung wert. Wir haben noch viel Arbeit vor uns!
Wir halten es für wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger erfahren, wie ihre gewählten Vertreter zu diesem Thema stehen.
Viele Parteien haben geantwortet. Der gemeinsame Nenner ist, dass alle Antworten eine Nichtzusammenarbeit mit der AfD und ein klares Bekenntnis zum demokratischen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beinhalten. Unterschiede gibt es allerdings hinsichtlich der Ursachen der Rechtstendenzen in unserer Gesellschaft, den daraus notwendigerweise folgenden Aufgaben und hinsichtlich eines gerichtlichen Verbotsverfahrens.
Folgend seht ihr die Antworten von

Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, Freie Wähler und SPD.

Die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, Freie Wähler und SPD

STOP WAR

18. Juni 2024

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Eskalationsspirale in der Ukraine stoppen! Waffenstillstand und Verhandlungen jetzt! Kundgebung am 22. Juni 2024 um fünf vor 12.00 in Lübeck Schrangen (Verbindung der Breiten Straße mit der Königstraße).  

Redebeiträge der Kundgebung

Mit der Erlaubnis für die Ukraine, jetzt auch mit NATO-Waffen russisches Territorium anzugreifen, dreht der Westen erheblich an der Eskalationsschraube. Auch mit deutschen Waffen darf jetzt wieder auf Russland geschossen werden. Insbesondere die ukrainischen Angriffe auf Frühwarnanlagen der russischen Nuklearstreitkräfte sind unverantwortlich und eine dramatische Zuspitzung des Krieges. Sie betreffen das zentrale Sicherheitsinteresse Russlands als Atommacht. Die russische Nukleardoktrin sieht – ähnlich wie die der USA – die Möglichkeit eines Atomschlags bei Beeinträchtigung ihrer Nuklearfähigkeiten auch durch konventionelle Waffen vor. Eine entsprechende militärische Antwort Russlands kann nicht ausgeschlossen werden. Der Stellvertreterkrieg kann so leicht zum Dritten Weltkrieg werden.Das massenhafte Sterben, die Zerstörung und der Ruin der Ukraine gehen unterdessen weiter. Der Verlauf des Krieges zeigt, dass eine Lösung des Konflikts auf dem Schlachtfeld nicht möglich ist. Die militärische Logik muss durch Verhandlungen durchbrochen werden.

Daher fordern wir – auch aus historischer Verantwortung- von der Bundesregierung:* eigene Initiativen zu ergreifen, die zu Waffenstillstand und Verhandlungen führen* alles dafür zu tun, einen Beitrag für eine dauerhafte politische Lösung zu leisten. Unsere Verpflichtung als verantwortungsbewusste Bürger und Bürgerinnen dieses Landes besteht indes darin, der Regierung die Unterstützung ihres Kriegskurses zu verweigern.

Dieser Aufruf kann auch online unterzecichnet werden:www.nie-wieder.org.Ausgefüllte Listen per mail an hamburger-forum@hamburg.de oder per Post …Forum Eifestraße 600, 20537 HamburgBundesweiter Aktionstag der FriedensbwegungV.i.S.d.PG. VVN-Bund der Antifaschisten  Tl. 04543 7107 u. DFG-VK Regionalgruppe Lübeck Ostholstein

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